Metropolregion

Volkswagen stellt weltweiten Forschungsverbund zur Elektromobilität vor

21.07.2010

- Electronic Research Lab (ERL) betreibt Vorentwicklung für den Konzern zu Batteriesystemen und Leistungselektronik
- Labor im Silicon Valley einer von drei Forschungssatelliten Wolfsburg/Palo Alto, 20. Juli 2010 – Mehr als fünf Milliarden Euro
investiert der Volkswagen-Konzern jährlich in Forschung und Entwicklung, 23.000 Mitarbeiter sind für diesen Bereich weltweit tätig. Eine Schlüsselfunktion für die Autos von morgen hat dabei der Bereich E-Mobilität. Volkswagen bündelt jetzt die weltweiten Aktivitäten bei Forschung und Vorentwicklung für Elektro-Fahrzeuge. Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Professor Dr. Martin Winterkorn, gab am Montag im Electronics Research Laboratory (ERL) in Palo Alto, Kalifornien, einen Einblick in die Arbeiten seines US-Teams.

Die Konzernforschung am Hauptsitz in Wolfsburg ist zuständig für alle
Marken der Volkswagen AG. Dort werden die Forschungsaufträge und
Ergebnisse koordiniert. Für die strategische Ausrichtung in den
wichtigsten Weltmärkten betreibt die Konzernforschung internationales
Trend- und Technologie-Scouting mit eigenen Forschungssatelliten.
Neben dem ERL in Palo Alto sind es das Volkswagen Research Lab
China (VRC) und das Technical Representative Tokyo (VTT).
Im ERL, der größten Forschungseinrichtung außerhalb Wolfsburgs,
arbeiten rund 100 Mitarbeiteran den Autos von morgen. Neben der
Entwicklung neuer Fahrerassistenzsysteme geht es dabei vor allem um
die Elektromobilität. „Das Herz von Volkswagen wird künftig auch
elektrisch schlagen, und unsere Ingenieure in Amerika, Europa und
Asien schaffen im Forschungsverbund die Grundlagen dafür“, so der
Vorstandsvorsitzende. Der Fahrplan: Auf den in diesem Jahr
eingeführten Touareg Hybrid folgen 2012 der Jetta Hybrid sowie im
Folgejahr der E-Up! und der Golf blue-e-motion. Eines dieser Modelle
wird auch das erste vollelektrische Fahrzeug der Marke in den USA
sein. Winterkorn: „Volkswagen wird der Autohersteller sein, der das für
jeden Kunden erreichbare Elektroauto anbietet.“
In diesem weltweiten Forschungs- und Vorentwicklungsverbund untersucht
Volkswagen verschiedene Speicherkonzepte. Dabei geht es im
Bereich der Lithium-Ionen-Technik (Li-Ion) um den Wettbewerb
zwischen eigens entwickelten Batteriezellen und den aus Notebooks
und anderen Geräten bekannten sogenannten Consumer-Zellen, auch
18650-Zellen genannt. Dem ERL im Silicon Valley kommt dabei
insbesondere die Aufgabe zu, den Batterieverbund bei Consumer-Zellen
zu untersuchen.

Die ideale Paketierung von Batteriezellen im Auto
sowie intelligente Steuerungen (Leistungselektronik) der gespeicherten
Energie sollen möglichst hohe Reichweiten sicherstellen.
In der Vorentwicklung für künftige E-Modelle des Volkswagen Konzerns
werden sämtliche Anforderungen an Batterien ermittelt: Dazu gehören
deren Lebenszeit und entsprechende Kosten, die Zuverlässigkeit sowie
die Reichweite und die Sicherheit der Batterie.
Dabei finden die Arbeiten des bereits 1998 gegründeten Electronics
Research Laboratory markenübergreifend statt. So werden dort
Paketierungen für Varianten des Audi eTron wie auch für solche des
Golf blue-e-motion konzipiert.
Entscheidend ist für Volkswagen eine enge, weltweite Kooperation und
Vernetzung der Expertengruppen. Der Aufbau von Prototypen und die
gemeinsame Beurteilung der Leistung und Spezifikation in Automobilen
geschieht daher im direkten Vergleich mit anderen Batterie-Konzepten
aus dem Forschungsverbund.
Die nötigen Entwicklungsinvestitionen, insbesondere im Bereich EMobilität,
stehen auf soliden wirtschaftlichen Grundlagen, betonte
Winterkorn in Palo Alto. So hat sich das operative Ergebnis in den
ersten fünf Monaten des laufenden Jahres ebenso besser entwickelt als
erwartet wie auch die Fahrzeugverkäufe des Konzerns. Die Auslieferungen
stiegen im ersten Halbjahr auf über 3,5 (1. Halbjahr 2009:
3,1) Millionen Fahrzeuge entsprechend einem Plus von 15 Prozent. Die
Marke Volkswagen hat im gleichen Zeitraum bei den Auslieferungen die
2-Millionen-Grenze deutlich überschritten und den Vorjahreswert von
1,9 Millionen Fahrzeugen ebenfalls um rund 15 Prozent gesteigert.
Für das Gesamtjahr 2010 rechnet das Unternehmen mit einer besseren
Entwicklung als der Gesamtmarkt und neuem Auslieferungsrekord.
„Unser Weg an die Weltspitze führt auch über die USA, denn hier haben
wir erhebliche Wachstumschancen“, so Winterkorn. „Es ist unser Ziel,
Volkswagen auch hier zur führenden Volumenmarke zu machen.“

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